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Seibeld gewinnt fulminant PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Ulrike Hochgesand (Rhein Zeitung)   
Donnerstag, 12. Juni 2008

Untermoselaner bestätigen Bürgermeister mit 71,3 Prozent - Deutliches Ergebnis überrascht CDU

Die Untermoselaner haben gewählt und sich eindeutig entschieden: 71,3 Prozent der Wähler wollen Bruno Seibeld als Bürgermeister behalten. Den Wahlausgang verfolgte die Rhein-Zeitung in der Verbandsgemeindeverwaltung.

KOBERN-GONDORF. Der letzte Stimmbezirk ist eben erst ausgezählt worden, da gratuliert Peter Scheidweiler (CDU) Bürgermeister Bruno Seibeld (FWG) bereits zur Wiederwahl. Die Wahlergebnisse in den anderen Stimmbezirken sind zu deutlich ausgefallen, als dass Dieblich noch das Zünglein an der Waage spielen könnte. Auch in der CDU-dominierten Gemeinde hat der Bürgermeister mit 69,6 Prozent klar gewonnen - wie in fast allen anderen Orten an der Untermosel.

Bereits einige Stimmbezirke zuvor bemerkt Scheidweiler an Helmut Hannes gerichtet: "Das ist deutlicher als erwartet." Der Vorsitzende der CDU Untermosel, der den Wahlausgang mit Scheidweiler in der Verbandsgemeindeverwaltung verfolgt, nickt nachdenklich während sein Mobiltelefon klingelt und ihm das Ergebnis des nächsten Stimmbezirks durchgegeben wird. Bevor Büroleiter Dieter Weinand die einzelnen Ergebnisse der 14 Ortsgemeinden nach und nach per Beamer für die wenigen Zuschauer im Sitzungssaal an eine weiße Leinwand wirft, sind Hannes und Scheidweiler bereits unterrichtet. "Damit habe ich nicht gerechnet", stellt Hannes fest, "nach der Stimmung in den vergangenen 14 Tagen Wahlkampf habe ich angenommen, dass es eng wird. Aber nun erscheint es mir so, als wenn wir nicht alle erreicht haben, die der CDU nahe stehen. Das werden wir in den kommenden Tagen analysieren müssen."

Scheidweiler ist die Enttäuschung anzusehen. Während die letzten Stimmbezirke ausgezählt werden, telefoniert er mit seiner Familie, ihm nahestehenden CDU-Mitgliedern. "Ich habe gewusst, dass es schwer werden wird, gegen den amtierenden Bürgermeister anzutreten. Aber ich habe auf einen knappen Wahlsieg spekuliert. Die Heftigkeit des Ergebnisses enttäuscht mich schon", gibt er offen zu. Ob er in acht Jahren noch einmal antreten wird, ist für den Mackener Ortsbürgermeister an diesem Abend kein Thema: "Bis dahin ist es noch eine lange Zeit, in der sehr viel passieren kann." Wichtiger ist ihm Danke zu sagen - all jenen, die ihn bei der Wahl unterstützt haben.

27,3 Prozent der Wähler haben sich am Ende für Scheidweiler entschieden, 71,3 Prozent der Stimmen hat der amtierende Bürgermeister Bruno Seibeld eingefahren. Georg Fels, der als freier Bewerber angetreten ist, spielt nahezu keine Rolle: Nur 1,42 Prozent haben den Architekten aus Kaltenengers gewählt. Für Fels ist das Ergebnis aber nicht so entscheidend: "Wichtig ist für mich, gezeigt zu haben, dass nicht allein Wählen ein Ausdruck von Demokratie ist, sondern auch das Sich-zur-Wahl-stellen. Der Wahlkampf in den vergangenen Wochen hat mir großen Spaß gemacht, weil ich sehr viele Details von der Untermosel kennengelernt habe." Und noch etwas anderes bewertet Fels positiv: die für eine Bürgermeisterwahl hohe Beteiligung. Immerhin 47,2 Prozent der wahlberechtigten Untermoselaner haben abgestimmt.

In der Zwischenzeit hat sich der Sitzungssaal mit immer mehr Zuschauern gefüllt - vorwiegend FWG-Mitglieder, denn die Nachricht über Seibelds fulminante Wiederwahl hat sich wie ein Lauffeuer verbreitet. Sie alle erwarten den Bürgermeister. Als gute Verlierer geben Hannes und Scheidweiler Seibeld als erste die Hand. Der bedankt sich, reicht auch Fels die Hand.

"Ich denke, wir haben einen fairen Wahlkampf gemacht", sagt Klaus Endris, Vorsitzender der FWG Untermosel mit Blick auf die Gratulanten. Dass das Wahlergebnis so deutlich für Seibeld ausfällt, hat aber auch den Oberfeller überrascht. "Ich denke, das ist ein Zeichen für die gute Arbeit, die er als Bürgermeister geleistet hat, und eine Anerkennung, die er verdient hat", resümiert Endris das Wahlergebnis.

"Ich bin sehr erleichtert", sagt der Bürgermeister selbst zu seinem Wahlerfolg. Und als Seibeld von der Höhe der Zustimmung für ihn erfährt, wird aus dem erleichterten Lachen sogar ein befreites: "Das ist überwältigend."

 
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